Das heute noch stehende Osthofentor ist der Innentorturm der ehemaligen Osthofentoranlage. Das äußere Osthofentor besaß früher zwei halbrunde Türme mit einer dazwischenliegenden Durchfahrt. Der Raum zwischen äußerem und innerem Osthofentor, der Zwinger, war in Soest relativ groß. Zwischen beiden Toren befand sich bis zum Jahr 1637 die Severinskapelle. Seit der Bahnhofserweiterung von 1890, bei der ein großer Teil der Stadtumwallung abgebrochen wurde, schließen die Wälle nicht mehr unmittelbar an das Torgebäude an.
Der Eingang, der sich früher vom Wall aus von der Nord- und Südseite durch Wendeltreppen nehmen ließ, ist heute nur noch südlich mit einer modernen Zugangstreppe möglich, der nördliche Eingangsbereich wurde zugemauert. Auf beiden Seiten sind aber noch immer Ansätze der Wallmauern erkennbar. Im Jahr 1476 erwarb die Stadt Soest mehrere Tausend Armbrustbolzen, um 1500 kamen weitere Bolzen hinzu. Diese, durch neue Waffen verdrängt, fanden ihren Platz, wie oben schon erwähnt, in der Rüstkammer des St. Patrokli-Münsters. Als man 1879 nachzählte, kam man aber auf weniger Armbrustbolzen als erwartet, da viele als „Andenken“ entwendet worden waren. Nach einem mühsamen Kampf mit dem Kirchenvorstand um das Eigentumsrecht der Geschosse und Armbrustbolzen wurde dieser am 24.9.1881 gerichtlich zu Gunsten der Stadt entschieden. Die historischen Waffen konnten endlich in angemessener Form ohne Verluste verwahrt werden.
Ab dem 1. April 2023 gilt folgendes:
Der Eintritt ist frei.
Führungen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich
Dauer: 45 Minuten
Teilnehmerzahl max. 30 Personen
Kosten: freier Eintritt
Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an die Tourist-Information Soest, Tel.: (02921) 103-6110, E-Mail willkommen@soest.de.
Die Wachstube
Auf der unteren Ebene, der ehemaligen Wachstube, erhält der Besucher in Form von Informationstafeln mit großformatigen Texten, Fotos und Grafiken einen Überblick über die mehr als 1000-jährige Geschichte der Stadt und ihre topografische Entwicklung. Im Mittelpunkt befindet sich ein Stadtmodell um das Jahr 1912, das durch eine Lichtanzeige die Lage einzelner Gebäude veranschaulicht. Weitere Modelle zeigen die Stadt um das Jahr 1000 und die mittelalterliche Torburg mit ihren Wassergräben und Wällen. Historische Siegel und Münzen werden in Hängevitrinen präsentiert.
Die Rüstkammer
Die mittlere Ebene, die ehemalige Rüstkammer, informiert zu Wehrbau und Verteidigungsanlagen des mittelalterlichen Soest. Hier befindet sich die schon erwähnte großartige Armbrustsammlung. Ein Teil von ihr ist in einer Großraumvitrine ausgestellt, in der die Bolzen wieder als die mächtigen Geschosse erscheinen, die sie einstmals waren - sie sind so angeordnet, als befänden sie sich mitten im Zielanflug. Auch auf dieser Ebene werden die Informationen zur Belagerung und Verteidigung, zur Technik und Wirkung der Armbrust durch Text- und Bildtafeln illustriert.
Die Dachgeschossgalerie
Auf der dritten Ebene, der 1904 neu eingebauten Dachgeschossgalerie, werden soziale und wirtschaftliche Aspekte der Stadtentwicklung thematisiert. Auf Text- und Bildtafeln und einer am Galeriegeländer entlanglaufenden Schrifttafel wird zur Baugeschichte von Soester Privathäusern und Wohnsiedlungen informiert.
Das Osthofentor wird 500 Jahre alt. Dieses Jubiläum bildet den Anlass, das historische Stadttor neu zu beleben und es als Ort der Gegenwart zu öffnen.
Ab dem 1. Mai 2026 lädt das Museum Osthofentor gemeinsam mit dem Stadtarchiv Soest zur Mitmachausstellung „JETZTSCHNITT. Ein Archiv in die Gegenwart“ ein. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, eigene Beiträge einzubringen und damit Teil der Ausstellung zu werden.
Ein Archiv der Gegenwart
Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie sich unsere Gegenwart beschreiben lässt. Technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und globale Ereignisse prägen das tägliche Leben und verändern Perspektiven.
„JETZTSCHNITT“ schafft Raum für individuelle Beobachtungen und persönliche Eindrücke. Das Osthofentor wird so zu einem Ort des Austauschs, an dem unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen.
Mitmachen
Alle Interessierten können sich beteiligen. Gesucht werden persönliche „Puzzlestücke“ der Gegenwart.
Ein Beitrag kann vieles sein, etwa
ein Foto
eine kurze Geschichte
ein Gegenstand
ein Zeitungsartikel
ein Gedicht
ein Video oder ein Audiobeitrag
oder eine alltägliche Beobachtung
Zu jedem Beitrag gehört eine kurze schriftliche Einordnung. Diese beschreibt Herkunft, Bedeutung und den Bezug zur Gegenwart. Auf Wunsch ist eine anonyme Teilnahme möglich.
Die eingereichten Beiträge werden im Museum ausgestellt und bilden gemeinsam ein wachsendes Archiv der Gegenwart.
Teilnahme und Öffnungszeiten
Beiträge können ab dem 1. Mai 2026 während der Öffnungszeiten des Museums abgegeben werden:
Mittwoch von 14 bis 16 Uhr
Samstag von 13 bis 16 Uhr
Sonntag von 11 bis 17 Uhr
Die Ausstellung läuft zunächst bis Mitte Juni 2026.
Das heute noch stehende Osthofentor ist der Innentorturm der ehemaligen Osthofentoranlage. Das äußere Osthofentor besaß früher zwei halbrunde Türme mit einer dazwischenliegenden Durchfahrt. Der Raum zwischen äußerem und innerem Osthofentor, der Zwinger, war in Soest relativ groß. Zwischen beiden Toren befand sich bis zum Jahr 1637 die Severinskapelle. Seit der Bahnhofserweiterung von 1890, bei der ein großer Teil der Stadtumwallung abgebrochen wurde, schließen die Wälle nicht mehr unmittelbar an das Torgebäude an.
Der Eingang, der sich früher vom Wall aus von der Nord- und Südseite durch Wendeltreppen nehmen ließ, ist heute nur noch südlich mit einer modernen Zugangstreppe möglich, der nördliche Eingangsbereich wurde zugemauert. Auf beiden Seiten sind aber noch immer Ansätze der Wallmauern erkennbar. Im Jahr 1476 erwarb die Stadt Soest mehrere tausend Pfeile, um 1500 kamen weitere Geschosse hinzu. Diese, durch neue Waffen verdrängt, fanden ihren Platz, wie oben schon erwähnt, in der Rüstkammer des St. Patrokli-Münsters. Als man 1879 nachzählte, kam man aber auf weniger Pfeile als erwartet, da viele als „Andenken“ entwendet worden waren. Nach einem mühsamen Kampf mit dem Kirchenvorstand um das Eigentumsrecht der Pfeile und Armbrustbolzen wurde dieser am 24.9.1881 gerichtlich zu Gunsten der Stadt entschieden. Die historischen Waffen konnten endlich in angemessener Form ohne Verluste verwahrt werden.
Das Osthofentor mit flachem Notdach 1904/05
Nach dem 1. Weltkrieg wurden die Räume des Osthofentors, in denen sich nun das Museum befindet, für ein Kriegsmuseum und -archiv genutzt. Die bisher im Burghofmuseum ausgestellten Waffen und Erinnerungen aus den Kriegen der Stadt fanden ihren neuen Platz in den Räumen des Osthofentors. 50 Jahre nach der Einrichtung durch den Verein Heimatpflege wurde der Museumsbetrieb eingestellt und alle Exponate mit Ausnahme der Armbrustbolzen ins Burghofmuseum ausgelagert.
Nach einer umfassenden Restaurierung der Fassade (1971-1974) und einer Sanierung der Innenräume (1978-1980) präsentiert nun das heutige Osthofentormuseum seit 1982 die Armbrustbolzen und damit zusammenhängend die Verteidigung einer Stadt wie Soest im Mittelalter - an einem einzigartigen Eirinnerungsort der Stadt..
Erforschen Sie das Osthofentormuseum in einem virtuellen Rundgang.
Osthofentormuseum
| Tag | Uhrzeit |
|---|---|
| Mittwoch: | 14 – 16 Uhr |
| Samstag: | 13 – 16 Uhr |
| Sonntag: | 11 – 17 Uhr |
In den Wintermonaten bis April bleibt das Museum geschlossen. Im Jahr 2026 ist das Osthofentormuseum in den Monaten von Mai bis einschließlich Oktober geöffnet.
Osthofentormuseum
Osthofenstraße 72
Telefon: (02921) 16015
E-Mail: museen@soest.de