Burghofmuseum

Soester Markt und Münzgeschichte, Soest als Hansestadt, Soester Fehde… Handel, Handwerk, Hauswirtschaft…Keramik, Möbel, Schmuck, Kleidung…

Die Dokumentation von besonderen Ereignissen der Soester Siedlungs- und Stadtgeschichte und vor allem der alltäglichen Lebenswelt der Bürger in Form von archäologischen Objekten steht im Burghofmuseum im Mittelpunkt.

Trotzdem ist das stadthistorische Burghofmuseum nicht nur für eingefleischte Soester einen Besuch wert. Auf 700 m² Ausstellungsfläche mit fünf Abteilungen kommen auch Soester Gäste auf ihre Kosten.

Aufgrund Sanierungsarbeiten bleibt der Luftschutzdeckungsgraben bis auf Weiteres geschlossen.

Ab dem 1. Januar 2019 gelten folgende Eintrittspreise:

Verbund-Eintrittskarten berechtigen auch zum Besuch des Museums Wilhelm Morgner und des Osthofentormuseums. 

Einzelkarte für jedes Museum2,00 €
Ermäßigte1,00 €
Verbund-Einzelkarte (berechtigt zum Besuch der beiden anderen städtischen Museen innerhalb eines Monats)3,00 €
Gruppen bis 30 Personen20,00 €
Jugendliche bis 16 Jahrefrei
Schulklassen im Rahmen des Unterrichtsfrei
Erster Sonntag im Monatfrei
Erhöhte Eintrittspreise bei herausragenden Sonderausstellungen

pay what you want
bei einem Sockelbetrag von 

5,00 €

personenbezogene Jahreskarte (12 Monate Gültigkeit)20,00 €


Ermäßigte sind: Inhaber/-innen des SoestPasses; Empfänger/-innen von laufenden Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende), SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), Asylbewerberleistungsgesetz sowie den / die nicht getrennt lebende Ehegatten/in bzw. eingetragene/n Lebenspartner/-in und die im Haushalt lebenden Kinder, Empfänger/-innen von Kindergeldzuschlag sowie auf Familien mit mindestens zwei Kindern oder Alleinerziehende, soweit Wohngeld oder Lastenzuschuss gewährt wird, und Familien oder Alleinerziehende mit einem oder mehreren behinderten Kindern bei Nachweis einer entsprechenden Bescheinigung.

Ur- und Frühgeschichte

Die Abteilung „Ur- und Frühgeschichte“ befindet sich  im Keller des Burghofmuseums. Hier werden die ersten Siedlungsspuren auf Soester Stadtgebiet von der Jungsteinzeit bis in die fränkische Zeit präsentiert. Tafeln und Vitrinen mit diversen archäologischen und paläontologischen Funden informieren zu allen Spuren, die bisher im Stadtgebiet und darüberhinaus nachweisbar sind: von der  Bandkeramischen Kultur (ca. 5.500 v. Chr.) bis zur Merowingerzeit. Die Ausgrabungen im Soester Westen werden ebenso dokumentiert wie das Gräberfeld am Lübecker Ring, dem das Museum eins seiner  Highlights verdankt: die berühmte Scheibenfibel, die mithilfe moderner Präsentationstechnik sowohl ihre Vorderseite als auch die Rückseite mit der Runeninschrift zeigt.

Mittelalter

Die Abteilung „Mittelalter“ gliedert sich in drei Unterabteilungen. Zunächst steht die karolingisch-ottonische Zeit  im Vordergrund, in der die Grundlagen für Soests Entwicklung liegen. Eine Saline mit Ursprüngen im 6. Jahrhundert und eine Niederlassung von Buntmetallhandwerkern sind Belege für die sehr frühe Handelstätgikeit in dieser Stadt. Im nächsten Raum folgt die Entwicklung der Stadt im Hoch- und Spätmittelalter. Als Nebenresidenz des Kölner Erzbischofs war Soest zeitweise die bedeutendste mittelalterliche Stadt Westfalens. Zahlreiche Exponate in Form von Urkunden, die Rechtsaufzeichnungen der Alten Kuhhaut und der Schrae, das älteste Bürgerbuch, Ratsprotokollbücher und andere Schriftzeugnisse dokumentieren die Entwicklung bis zur Soester Fehde (1444 bis 1449), in der sich die Stadt erfolgreich vom Erzbistum löste und dem Herzogtum Kleve anschloss. Der dritte Raum veranschaulicht die Mitgliedschaft Soests im Kaufmanns- und Städtebund der Hanse. Soester Kaufleute pflegten weitreichende Handelsbeziehungen - sie fuhren bis nach Bergen, Visby und Nowgorod. Ein in Soest gefundener Münzschatz und Soester Marktleben sind Zeugnisse des Handelns mit Gütern aus fernen Ländern vor Ort.

Frühneuzeit und Neuzeit

Die Abteilung „Frühneuzeit und Neuzeit“ thematisiert die Zeit der Reformation – Soest wurde 1532 evangelisch in einem katholischen Umfeld – und zeigt neben dem Übergang der Stadt vom Herzogtum Kleve zum Kurfürstentum und späteren Königreich Preußen. Über den Dreißigjährigen und den Siebenjährigen Krieg wird der fortschreitende Verlust der städtischen Selbstverwaltung im Verlauf des 18. Jahrhunderts deutlich.

In einem kleinen Kabinett befinden sich etwa 300 Kupferstiche des Soester Künstlers Heinrich Aldegrever, einem bekannten Kleinmeister der Renaissance und prominentem Anhänger des neuen Glaubens. Neben wechselnden Serien an den Wänden können in einem speziellen Magazinschrank alle übrigen Stiche betrachtet werden.

Alltagsleben in Mittelalter und Neuzeit

Die Abteilung „Alltagsleben in Mittelalter und Neuzeit“ präsentiert mit zahlreichen archäologischen Objekten  Alltagsgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen Ernährung und Küche, Entwicklung des Kachelofens und der Keramiktechnik, aber auch zu den Themen Apothekenwesen im Mittelalter, Kinderspielzeug und mittelalterliches Handwerk sind viele interessante Exponate ausgestellt. Beispielhaft für das Handwerk werden die Funde aus Knochenschnitzer- und Schuhmacherwerkstätten gezeigt, die in Soest gemacht wurden.

Sakrale Kunst und Soester Kirchengeschichte

Die Abteilung „Sakrale Kunst und Soester Kirchengeschichte“ im Dachgeschoss des Museums thematisiert die Bedeutung des religiösen Lebens für die Soester Geschichte. Themen wie das Pilgerwesen, private Frömmigkeit, sakrale Kunst, das Kloster Paradiese mit zahlreichen Ausgrabungsfunden, insbesondere den Stuckfiguren, der Legende um den Jäger von Soest werden angesprochen. Besonders hervorzuheben ist die Entdeckung einer Glockengussgrube, die von der Stadtarchäologie ergraben wurde und die anderen  herausragenden Exponate in dieser Abteilung  wie z. B. der Äbtissinenstuhl aus dem Walburgiskloster oder die Brautkrone der Prinzessin Mechthild von Hessen, die 1489 den Herzog Johann II. von Kleve in Soest heiratete. Das berühmte Soester Antependium, als älteste Tafelmalerei Deutschlands nun im Landesmuseum in Münster befindlich, und das kaum weniger bekannte Kreuzigungsretabel aus der Soester Wiesenkirche, mittlerweile in der Berliner Gemäldegalerie beheimatet, sind in ansprechenden Reproduktionen zu sehen.

Das Burghofmuseum kann in zwei herausragende Wohnhäuser aufgeteilt werden, denen jeweils ein bedeutendes Soester Geschlecht zugehört.

Das „ältere“ Haus, das „Romanische Haus“, erbaut im späten 12. Jahrhundert, ist ein Restgebäude, ähnlich einem mittelalterlichen Wohnturm, was Grabungen aus dem Jahr 1943 zusammen mit dem Urkataster von 1828 belegen. Es galt lange Zeit als das älteste Wohnhaus zwischen Rhein und Weser. Mit seinem eingewölbten Erdgeschoss, das ihm zeitweise den Namen "Burghofkapelle" eintrug, bildet das Haus ein eindrucksvolles Beispiel patrizischer Wohnbaus im hohen Mittelalter. Erbauer und Bewohner dieses Hauses war das patrizische Geschlecht von Lo, das ursprünglich aus Sassendorf stammte. Mindestens drei Mitglieder der Familie von Lo waren zehnmal  Bürgermeister von Soest.

Erbauer des von 1551 bis 1559 im Übergang von der Gotik zur Renaissance errichteten „neuen“ Haupthauses war Andreas vom Dael, damaliger Bürgermeister von Soest. Er verstarb noch während des Baus. Dass das Haus 1559 fertig gestellt wurde, zeigt die eingemeißelte Zahl oberhalb des Türeingangs. Bis auf von Daels Sohn Johann († 1575) verstarben alle Erbberechtigten. Danach gelangte das Gebäude an die Familie von  von Brembt. Doch schon 1613/14, fast überstürzt, verkaufte sie beinahe den gesamten Besitz des Burghofes an Dietrich von Fürstenberg, Bischof zu Paderborn. Die Familie Fürstenberg blieb bis 1894 Besitzer des Burghofs. Schließlich erwarb der Postsekretär a. D. Wilhelm Asheuer als letzter privater Besitzer das Grundstück – und baute die inneren Räumlichkeiten des Burghofs zu Mietwohnungen. Viel  scheinen ihm die Wohnungen allerdings nicht eingebracht zu haben, denn er war bereits zehn Jahre später an einem erneuten Verkauf interessiert. Doch nahm es mehrere Jahrzehnte des neuen Jahrhunderts in Anspruch die baulichen Veränderungen vom Jahr 1894 wieder rückgängig zu machen.

Geschichte des Burghofmuseums

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessierten sich der 1881 gegründete Geschichtsverein und der 1904 entstandene Verein "Heimatpflege"  für das Gebäude. Sie machten sich die Sammlung und Ausstellung von Altertümern, Denkmälern aller Art und alten Funden zur Aufgabe. Nach zwei gelungenen Ausstellungen 1905 („Kulturgebrauchsgegenstände“) und 1907 („Soester kirchliche Kunst“) wuchs auch in der Soeter Bevölkerung die Begeisterung und das „Romanische Haus“ sollte zur Unterbringung der gesammelten Gegenstände dienen. Dem Wunsch nach einem Heimatmuseum folgend, überließ die Stadt im Oktober 1905 das Romanische Haus des Burghofensembles dem Verein Heimatpflege. 1909 wurde zusätzlich der Rittersaal angemietet und am 13. Oktober 1909 schließlich das Burghofmuseum eröffnet. Zwei Jahre später konnte der gesamte Burghof von der Stadt für Museumszwecke erworben werden. In den nächsten Jahrzehnten wuchsen Museum und Sammlung an. Eine wissenschaftliche Blüte erlebte das Burghofmuseum in den Jahren 1935 bis 1955 unter der Leitung von Senator a. D. Dr. Hubertus Schwartz, dem langjährigen Vorsitzenden des Geschichtsvereins und einer herausragenden Persönlichkeit der Soester Geschichtspflege. Die 1990er-Jahre waren geprägt von den baulichen und technischen Verbesserungen des Museumsbaus und der Suche nach einer inhaltlichen Neuausrichtung. In den Jahren 2004 und 2005 konnte ein Konzept für die Soester Museen verabschiedet werden, wonach das Burghofmuseum die Ausrichtung zu einem stadtgeschichtlichen Museum erhielt. Unter der Federführung der Stadtarchäologie Soest unter Dr. Walter Melzer war von vornherein eine starke archäologische Ausrichtung vorgegeben. Hauptziel der Neugestaltung des Burghofmuseums war es, den Soester Bürgern Zugang zur Geschichte ihrer Stadt zu geben und so die Identifikation mit der Stadt zu erhöhen. Das Museum wendet sich bewusst an breite Schichten der Bevölkerung. Aufgabe des Burghofmuseums ist es weiterhin, den vielen Tagesgästen einen Einblick in die reiche Geschichte der Stadt Soest mit ihrer schönen Altstadt zu vermitteln.

Der Rittersaal im Burghofmuseum ist die "gute Stube" der Stadt Soest. Hier empfängt der Bürgermeister seine Gäste, hier findet am ersten Montag im Mai das traditionelle Philippsessen des Stadtrates statt und hier können sich Paare standesamtlich trauen lassen.

Der Saal überrascht durch seine Größe, seine harmonischen Verhältnisse und durch die Ausstattung. An den Wänden finden sich Stuckreliefs aus der Erbauungszeit um 1560, die außer den vier Evangelisten mit den zugehörigen Symbolen noch den Apostel Paulus zeigen. An der Westwand ist die biblische Geschichte von Judith und Holofernes inmitten einer Belagerungsszene einer Festung des 16. Jahrhunderts dargestellt. Auf dem Kamin kann man die neutestamentliche Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus erkennen. Diese Reliefs wurden 1938/39 durch den Soester Bildhauer Wilhelm Wulff ergänzt, der an der Südwand eine Kampfszene aus der Soester Fehde (1444-1449) einfügte und die deutschen Kaiser abbildete, die im Lauf ihrer Regentschaft Soest besucht haben.

Die besondere Atmosphäre des Saals, der in den Jahren 2008/09 komplett renoviert und mit neuer Lichttechnik ausgestattet wurde, wird abgerundet durch die bleigefassten Fensterscheiben, in denen die Wappen von Städten zu sehen sind, mit denen Soest Handel trieb. Auch Soester Partnerstädte sind mit Wappenscheiben vertreten.

Erforschen Sie das Burghofmuseum in einem virtuellen Rundgang.

Für Brautpaare, die den schönsten Tag ihres Lebens in historischer Atmosphäre erleben möchten, bieten Standesamt und Burghofmuseum die Möglichkeit, sich im Rittersaal das Ja-Wort zu geben. Die Trauung im Rittersaal ist mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 110,00 € (ab 01.01.2010) verbunden.

Für weitere Informationen wenden sich bitte an das Standesamt Soest.

Ihre Ansprechperson

Frau Maria Flocke

m.flocke(at)soest.de02921 3450324AdresseÖffnungszeiten
Burghofmuseum
Burghofstraße 22
59494 Soest
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Telefon: (02921) 3450324

E-Mail: museen@soest.de

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Hinweis:
Hier
finden Sie alle notwenigen Informationen zu den Besuchsregelungen der städtischen Museen ab dem 1. Oktober 2021.

Stadt Soest
Am Vreithof 8
59494 Soest

Telefon:  02921 / 103-0
Fax:         02921 / 103-9999
E-Mail:    post(at)soest.de

Letzte Aktualisierung
25.03.2021 | 14:01 Uhr