Bereits seit mehreren Jahren führt die Stadt Soest mit Genehmigung des Kreises Soest eine begrenzte Anzahl von Vergrämungsmaßnahmen durch. Dazu zählt auch das Entfernen von Nestfragmenten aus Bäumen an ausgewählten Krähenkolonien, deren Lärm und Kot die Menschen gesundheitlich und hygienisch beeinträchtigt. Diese Maßnahmen müssen in jedem Jahr aufs Neue durch die Stadt beantragt und durch den Kreis Soest genehmigt werden, da die Saatkrähe unter weitreichendem Artenschutz steht. Der Zeitraum dieser Maßnahme ist ebenfalls begrenzt. Sie darf nur so lange durchgeführt werden, wie die Saatkrähen noch nicht brüten.
In den zurückliegenden Tagen wurden nun unter den Bäumen am Bahnhofsvorplatz ein abgestürztes Nest sowie eine zerbrochene Eierschale am Boden gefunden. Diesen Fund sowie die Aussage eines Landschaftsökologen, wonach die Saatkrähen vierelorts bereits mit der Eiablage und der Brut begonnen hätten, veranlassten den Kreis dazu, die Ausnahmegenehmigung zur Entfernung der Nestfragmente zu widerrufen.
„Ich habe dafür kein Verständnis“, erklärt Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer als Reaktion. „Hier wird gegen die Menschen gehandelt, die an vielen Orten der Stadt unter dem Kot und Lärm der Saatkrähen leiden.“ Er weist darauf hin, dass die Stadt ohnehin nur sehr wenige rechtskonforme Möglichkeiten habe, etwas gegen die wachsende Zahl der Saatkrähen in der Stadt zu unternehmen. „Nun werden uns diese Möglichkeiten auch noch genommen. Der Stopp der Vergrämung zu diesem Zeitpunkt macht unsere Bemühungen der vergangenen Jahre zunichte