Retrospektive im Museum Wilhelm Morgner
Vom 31. Mai bis 16. August 2026 präsentiert das Museum Wilhelm Morgner mit Raum Schroth die Ausstellung „RENATE WEH: WELCOME BACK!“ und widmet der Künstlerin Renate Weh erstmals seit Jahrzehnten wieder eine umfassende museale Einzelausstellung.
1969 gewann Renate Weh den Wilhelm Morgner-Preis der Stadt Soest und löste damit einen Kunstskandal aus. Ihre mit Quarzsand bearbeiteten Leiterobjekte stellten traditionelle Vorstellungen von Skulptur infrage und sorgten bundesweit für kontroverse Diskussionen. Während die Jury begeistert reagierte, wurde die Arbeit öffentlich teils heftig angegriffen. Der Vorwurf „Das ist keine Kunst!“ bestimmte damals die Debatte weit über Soest hinaus.
Die Ausstellung zeichnet das außergewöhnliche Werk der Künstlerin nach und zeigt zentrale Werkphasen ihres experimentellen Schaffens. Präsentiert werden unter anderem die berühmten „Einsiebungen“ aus Quarzsand, textile Arbeiten sowie Wachsobjekte und sogenannte „Eintauchungen“. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien, Presseberichte und Filmdokumente, die die Kunst- und Gesellschaftsdebatten der späten 1960er Jahre lebendig werden lassen.
Renate Weh gehörte zu den Künstlerinnen, die den Kunstbegriff ihrer Zeit entscheidend erweiterten. Sie stellte gemeinsam mit Künstlern wie Sigmar Polke, Robert Smithson und Joseph Beuys aus und realisierte Aktionen im öffentlichen Raum. Trotz ihres Erfolges war ihr Weg von Widerständen geprägt – nicht zuletzt aufgrund der männlich dominierten Kunstszene jener Zeit.
Die Ausstellung beleuchtet deshalb nicht nur das Werk einer außergewöhnlichen Künstlerin, sondern auch die Frage nach Sichtbarkeit, Anerkennung und den Bedingungen experimenteller Kunst. Nach Jahrzehnten der weitgehenden Vergessenheit erhält Renate Weh im Museum Wilhelm Morgner nun eine umfassende Wiederentdeckung.
Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt mit der Kuratorin Elke Gruhn und dem Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds.
Eröffnung
Sonntag, 31. Mai 2026, 11 Uhr
Eintritt frei
Begleitprogramm
Zur Ausstellung finden Führungen, Vorträge, Workshops und Diskussionen statt.
Weitere Informationen
Alle Termine und Informationen zum Begleitprogramm finden Sie im ausführlichen Informationsflyer zur Ausstellung.
Hier geht es zum Flyer als PDF
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 13 bis 17 Uhr
Donnerstag: 13 bis 19 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 bis 17 Uhr