22.02. bis 26.04.2026, Raum Schroth im Museum Wilhelm Morgner, Soest, kuratiert von Juliane Rogge, Stiftung Konzeptuelle Kunst / Raum Schroth
Jo Kuhn widmet sich als freischaffender Künstler seit sechs Jahrzehnten ganz der Farbe. Er erkundete ihr Wesen mit konsequent entwickelten, kompositorischen Mitteln und verschiedenen Techniken der Malerei: in großformatigen Harzwachsmalereien auf Leinwand, Gouachen auf Papier, Pastellen und digital komponierten Pigmentdrucke. Erstmals werden in dieser umfangreichen musealen Einzelausstellung Werke aus allen Schaffensphasen seines Lebenswerks gezeigt – eindrucksvoller konnte Jo Kuhns facettenreiche Entwicklung nie zuvor belegt werden. Die Präsentation versteht sich als Würdigung eines beeindruckenden künstlerischen Lebens und lädt zur Entdeckung einer wichtigen Stimme der konkreten Kunst nach 1945 ein.
„Die Auseinandersetzung mit der Malerei ist ein geistiger Akt, der direkt von der Farbe über das Auge zu den Sinnen ausgelöst wird“, so Kuhn, der sich zeitlebens auch theoretisch mit der Farbe auseinandersetzte und die Reflexion neben den malerischen Akt setzte. „Die subtilsten wie auch lyrischen Empfindungen, die gar nicht in Worte zu fassen sind, bietet die Farbe ihr reiches Spektrum. Der Sog der Stille, der von Malerei ausgehen kann, gehört zu ihren starken Eindrücken.“ (Jo Kuhn)
Hans Joachim „Jo“ Kuhn kam 1935 in Mülheim a. d. Ruhr zur Welt. Nach Aufenthalten in Spanien und Düsseldorf lebte er von 1978 bis 1985 in Bad Sassendorf und prägte auch das regionale Kunstleben, etwa mit Ausstellungen in der Alten Fabrik, dem Kunstpavillon und Morgnerhaus und als Gründungsmitglied des Kunstvereins Kreis Soest. Von 1985 bis 2015 lebte er in Freisheim in der Eifel und beteiligte sich, unter anderem als Sprecher, maßgeblich an der Organisation und den Aktivitäten der gruppe konkret, Bonn. 2015 zog er nach Soest, wo er seitdem lebt und arbeitet. Anlässlich seiner Einzelausstellung zum 80. Geburtstag im Kunstverein Kreis Soest e. V. kam der erste Kontakt zu Carl-Jürgen Schroth zustande, der bald einige Werke Kuhns in seine Sammlung aufnahm. 2021 hat Jo Kuhn der Stiftung Konzeptuelle Kunst großzügigerweise seinen mehrere hundert Arbeiten umfassenden Vorlass anvertraut.
Seine Werke wurden unter anderem im Museum Abtei Liesborn, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt, Museum Modern Art Hünfeld und im Institut für konstruktive Kunst und konkrete Poesie, Rehau, sowie europaweit in Museen und Galerien ausgestellt. Seit 2006 sind sie regelmäßig Teil des Pariser Salon de Réalités Nouvelles.
Im Laufe der Ausstellung erscheint eine Publikation zu Jo Kuhns Schaffen.