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Aktuelle CO2-Bilanz für die Gesamtstadt Soest liegt vor

Die neue CO2-Bilanz für die Gesamtstadt Soest liegt jetzt vor. Mit einer Pro-Kopf-Emission von 7,4 Tonnen CO2 befinden sich die Soesterinnen und Soester unter dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Tonnen pro Person. „Die neuen Daten werden eine Grundlage für den Masterplan Klimapakt und damit für die nächsten Klimaschutzmaßnahmen vor Ort bilden“, erklärt der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Soest Uwe Dwornik. Bekanntlich hat die Stadt sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden.

Interessierte finden die vollständige CO2-Bilanz als Download hier.

Das gesamte Datenwerk „Energie- und CO2-Äquivalent-Bilanz für die Stadt Soest 2013 – 2018“ ist durch den Kreis Soest als Dienstleitung für die Stadt Soest erstellt worden. Alle drei Jahre legt der Klimaschutzbeauftragte des Kreises, Frank Hockelmann, die Auswertung für den Kreis Soest und die Kommunen im Kreis vor. Basis der neuen Bilanz sind die Zahlen des Jahres 2018, die als jüngste Daten komplett vorliegen.

Demnach entstanden im Jahr 2018 im Stadtgebiet Emissionen im Umfang von 359.111 Tonnen CO2. Gegenüber 2017 ist das ein leichter Anstieg um 2 Prozent, den Frank Hockelmann auf Effekte des Wirtschaftswachstums zurückführt. Aus dem Jahreswert ergibt sich umgerechnet auf die Einwohnerzahl von Soest der genannte CO2-Fußabdruck von 7,4 Tonnen pro Person.

Den höchsten Anteil an den Emissionen der Gesamtstadt hatte der Bereich Verkehr mit 52 Prozent. Es folgen die Privathaushalte mit ihren im Wesentlichen aus dem Energieverbrauch für Strom und Heizung resultierenden Emissionen (24 Prozent), die Industrie (17 Prozent) und der Sektor Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (6 Prozent). Mit nur 1 Prozent hat der Kommunale Bereich (städtische Gebäude, Straßenbeleuchtung, Fuhrpark etc.) den geringsten Anteil an den Soester CO2-Emissionen. Entstanden ist die CO2-Bilanz nach der Methode „BISKO“. Dieser Standard gilt bundeseinheitlich für Kommunen.

Die BISKO-Bilanz erfasst die Primärenergie-Verbräuche und die daraus entstehenden Triebhausgasemissionen auf einem bestimmten Territorium. Im Falle der Soester Bilanz gehen also die Energieverbrauchsangaben aus dem gesamten Stadtgebiet ein. Die nötigen Daten liefern beispielsweise die Stadtwerke Soest oder die zuständige Schornsteinfegerinnung Arnsberg. Die Daten berücksichtigen auch den Energieverbrauch in der Vorkette der jeweiligen Energieträger, also z.B. aus der Erdgasförderung oder dem Transport per Pipeline.

Im Verkehrsbereich liegen in der Regel keine unmittelbaren lokalen Daten vor, wie viel und welche Kraftstoffe die Fahrzeuge verbrauchen, die auf Soester Straßen fahren. Deshalb werden bei BISKO bundeseinheitliche Durchschnittswerte auf das Straßennetz einer Kommune heruntergebrochen. Dabei spielen auch die Straßentypen eine Rolle. Im Soester Stadtgebiet fließen also die CO2-Emissionen des Autobahn-44-Abschnitts, aber auch der Landes- und Bundesstraßen in die Bilanz mit ein.

Der Privatkonsum der Einwohnerinnen und Einwohner wird hingegen in BISKO nicht separat erfasst. Da es sich um eine Territorialbilanz handelt, fließt der Energiebedarf für die Herstellung von Konsumgütern in die CO2-Bilanzen jener Orte ein, in denen die Waren produziert werden. E

in Problem der BISKO-Methode für lokale Klimaschutzstrategien ist die Tatsache, dass der BISKO-Standard die vor Ort erzeugten Erneuerbaren-Energien nicht direkt berücksichtigt, sondern nur indirekt über den deutschen Strommix eines jeden Jahres. Die Auswirkungen lokaler Klimaschutzmaßnahmen sind also in der Bilanz kaum sichtbar, ein Controlling der eigenen Strategie ist erschwert. BISKO erlaubt es allerdings, eine zweite Bilanz zu erstellen, welche diese Daten verwendet. Die Stadt Soest hat sich dazu entschlossen, diese Option anzuwenden. Die nun vorgelegte CO2-Bilanz berücksichtigt also, dass die Stadtwerke Soest ihre Haushaltskunden ausschließlich mit zertifiziertem Öko-Strom versorgen.