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Sanierungsarbeiten im Clarenbachpark können dank Fördergeldern des Landes NRW beginnen

 Viele Bereiche des Bahnhofsviertels sind in den zurückliegenden Jahren saniert und attraktiv bebaut worden. Nun kann auch die grüne Lunge dieses Quartiers, der Clarenbachpark, aufgewertet werden: Dank einer Fördersumme in Höhe von rund 168.000 Euro aus dem Förderprogramm „Heimatzeugnis“ des Landes NRW ist die Sanierung der baumbestandenen Grünfläche an der Werkstraße gesichert.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, überbrachte den Förderbescheid persönlich nach Soest. Vor Ort im Clarenbachpark nahmen Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, der Technische Beigeordnete Matthias Abel sowie Fraktionsvorsitzende aus dem Soester Rat das Dokument entgegen. Ministerin Scharrenbach und der heimische Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling nutzten auch die Gelegenheit, den Park mit seinem alten Baumbestand, den historischen Grabmälern und alten Grünsandsteinmauern zu besichtigen und sich die Sanierungspläne erläutern zu lassen. „Wir sind dem Land sehr dankbar dafür, dass wir den Clarenbachpark nun behutsam sanieren und dabei auch den Bürgerwunsch nach einer Begegnungsfläche erfüllen können“, erklärte Bürgermeister Dr. Ruthemeyer.

Für die Arbeiten im Park sind insgesamt rund 210.000 Euro eingeplant. Die Maßnahme umfasst die Sanierung der Grabsteine, das Aufstellen von Hinweistafeln über deren Historie, die Wegeerneuerung, das Anlegen von Blühstreifen, die Installation von Insektenhotels und Nistkästen sowie die Reparatur der Grünsandsteinmauern. Dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger entsprechend soll aus dem ehemaligen Spielplatz eine Fläche werden, die für Straßenfeste genutzt werden kann und mit Skulpturen neugestaltet wird. 
 
Zur Geschichte des Clarenbachparks: 

Der Clarenbachpark wurde 1820 als Walburger Friedhof errichtet. Es handelte sich seinerzeit um den ersten Friedhof in Soest in kommunaler Trägerschaft. Die 1821 geschlossenen Friedhöfe innerhalb der Wälle waren ausnahmslos konfessionell, also in kirchlicher Trägerschaft. Der Name Walburger Friedhof leitet sich ab von dem Augustiner Chorfrauen Stift St. Walburgis, welches vor der Soester Fehde (14441449), an dieser Stelle gestanden haben soll.

Der Walburger Friedhof war bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Hauptbegräbnisplatz der Soester Bürgerinnen und Bürger. Hier ruhten nun beispielsweise einer der letzten Stiftsherren von St. Patrokli, Caspar Tohmbrink (gest. 1826) und die letzte Äbtissin des Klosters Paradiese, Dorothea Kipp (gest. 1845) neben evangelischen Superintendenten und Pfarrern von St. Petri, St. Maria zur Höhe, St. Maria zur Wiese. Das Grabmal von Wilhelm Freiligrath (gest. 1829, Vater des Lyrikers Ferdinand Freiligrath) steht noch. 1921 fand die letzte Bestattung auf dem Walburger Friedhof statt.

Im 2. Weltkrieg wurde der Walburger Friedhof stark in Mitleidenschaft gezogen. Über die Hälfte der Grabdenkmäler ging durch die Luftangriffe verloren. Gut hundert Grabmale blieben jedoch erhalten. An keinem Ort konnte die Geschichte der Persönlichkeiten und Soester Familien des 19. und beginnenden 20.Jahrhunderts so gut abgelesen werden wie auf diesem Friedhof.

Leider sind die allermeisten Denkmale bei der Umwandlung in den heutigen Clarenbachpark Anfang der 1960er Jahre abgeräumt und entsorgt worden. Die noch vorhandenen Steingrabmale im Clarenbachpark, aus der Zeit von 1820 bis 1840, zählen heute zu den ältesten erhaltenen christlichen Grabmalen in Soest. Da der Osthofenfriedhof erst 1840 entstand und die Grabstätten der innerstädtischen Kirchhöfe (ab 1821 war das beerdigen innerhalb der Wälle untersagt) allesamt eingeebnet wurden, sind diese die letzten Zeugen der Grabmalkunst des Klassizismus. 19 Grabdenkmale sind noch vorhanden – einige zusätzliche vielleicht auch noch unter Bewuchs und Laub versteckt.

Charakteristisch für alle Grabmale aus dem Klassizismus ist die Formensprache und die Verwendung von Symbolen aus der Antike (griechisch und römische Vorbilder). Hierzu zählen vor allem Reliefs mit der Abbildung von Schlangen, Lorbeerkränze, Sternen-Friese, Schmetterlinge, verpuppte Raupen (Kokon), Amphoren, SchmuckUrnen, Fackeln.