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Ausstellung in der "Kaiserreihe": Fenster in etwas anderes

Hans Kaiser: White Line (Die weiße Zeile) 1961, Öl auf Spanplatte, Städtischer Kunstbesitz Soest

In dieser Ausstellung der "Kaiserreihe" werden Werke Hans Kaisers mit Arbeiten der Künstlerin Birgit Hölmer konfrontiert, die nicht nur in den Räumen des Museums entstehen. Die von dem Kunsthistoriker Ludwig Seyfarth kuratierte und im Hans-Kaiser-Raum und im Foyer des Museums gezeigte Ausstellung eröffnet neue und ungewöhnliche Perspektiven auf Kaisers Gesamtwerk.

Birgit Hölmer, o. T.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 10. März 2019, 11 Uhr, im Museum Wilhelm Morgner statt. Hier finden Sie die Einladungskarte.

Finissage mit Katalog-Vorstellung am 4. Mai 2019, 16.00 Uhr

Hoelmers Werk am Haus Haverland
Birgit Hölmer, o. T., am Haus Haverland, Soest, Markt 6. Foto: privat

Am Samstag, dem 4. Mai 2019, 16 Uhr, wird der Hans-Kaiser-Kreis e. V. in Gegenwart der Künstlerin Birgit Hölmer und des Kurators der Ausstellung, Ludwig Seyfarth, zum Abschluss der kleinen Werkschau einen Katalog präsentieren. Es ist der zweite Katalog einer sich fortsetzenden Reihe unterschiedlichster moderner Positionen im Dialog mit den Werken Hans Kaisers.

Die in der Kaiserreihe propagierte Idee, moderne künstlerische Positionen in den Dialog mit Werken des Malers und Glasmalers Hans Kaiser zu stellen, hat gerade bei den Arbeiten der Berliner Künstlerin Birgit Hölmer zu neuen überraschenden Einblicken und Durchblicken geführt. „Die Verbindung des zerbrechlichen Materials Glas mit dem Begriff CUT lässt zunächst vermuten, dass Schnitte im Glas vorgenommen werden, was von Weitem und auf den ersten Blick auch so aussehen mag. Die geraden oder gekrümmten, fast wie Schraffuren parallel geführten Linien befinden sich jedoch nicht in, sondern auf der Scheibe, sie selbst bleibt – zumindest durch Birgit Hölmers Intervention – unversehrt. Die Künstlerin setzt eine Technik ein, die sich kaum in traditionelle Kategorien wie Zeichnung, Malerei oder Collage einordnen lässt. Schmale, unterschiedlich farbige Klebestreifen, die bei der Herstellung von Klebestickern abfallen, finden hier ihre zweite Verwendung und schaffen in großer Variationsbreite filigrane Strukturen, die zum Hinschauen einladen. Streng geometrisch angelegten Formen stehen weichere, organoide Strukturen gegenüber, die Assoziationen an mikroskopische Lebewesen, Blüten und Blätter oder an Vogelflügel wecken können. Die Suggestion, dass die Formen schweben oder fliegen, entsteht bei fast allen CUTS, wie auch der Eindruck des Transitorischen und Flüchtigen.“ (Ludwig Seyfarth)

Diese temporären Glasbilder finden sich auch in und am Museum Wilhelm Morgner und nehmen direkten Bezug auf Kaisers Werke, ohne dass Birgit Hölmer zuvor mit den Arbeiten des Soester Malers vertraut war. Weitere CUTS finden sich an der ehemaligen Bäckerei Haverland sowie auf einer Fensterscheibe des alten Lokals Anno in der Thomästraße.