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Was erwartet mich im Burghofmuseum?

Ur- und Frühgeschichte

Im Keller des Burghofmuseums

Die Abteilung „Ur- und Frühgeschichte“ befindet sich  im Keller des Burghofmuseums. Hier werden die ersten Siedlungsspuren auf Soester Stadtgebiet von der Jungsteinzeit bis in die fränkische Zeit präsentiert. Tafeln und Vitrinen mit diversen archäologischen und paläontologischen Funden informieren zu allen Spuren, die bisher im Stadtgebiet und darüberhinaus nachweisbar sind: von der  Bandkeramischen Kultur (ca. 5.500 v. Chr.) bis zur Merowingerzeit. Die Ausgrabungen im Soester Westen werden ebenso dokumentiert wie das Gräberfeld am Lübecker Ring, dem das Museum eins seiner  Highlights verdankt: die berühmte Scheibenfibel, die mithilfe moderner Präsentationstechnik sowohl ihre Vorderseite als auch die Rückseite mit der Runeninschrift zeigt.

Mittelalter

Stadtmodelle von Soest
Stadtmodelle von Soest

Die Abteilung „Mittelalter“ gliedert sich in drei Unterabteilungen. Zunächst steht die karolingisch-ottonische Zeit  im Vordergrund, in der die Grundlagen für Soests Entwicklung liegen. Eine Saline mit Ursprüngen im 6. Jahrhundert und eine Niederlassung von Buntmetallhandwerkern sind Belege für die sehr frühe Handelstätgikeit in dieser Stadt. Im nächsten Raum folgt die Entwicklung der Stadt im Hoch- und Spätmittelalter. Als Nebenresidenz des Kölner Erzbischofs war Soest zeitweise die bedeutendste mittelalterliche Stadt Westfalens. Zahlreiche Exponate in Form von Urkunden, die Rechtsaufzeichnungen der Alten Kuhhaut und der Schrae, das älteste Bürgerbuch, Ratsprotokollbücher und andere Schriftzeugnisse dokumentieren die Entwicklung bis zur Soester Fehde (1444 bis 1449), in der sich die Stadt erfolgreich vom Erzbistum löste und dem Herzogtum Kleve anschloss. Der dritte Raum veranschaulicht die Mitgliedschaft Soests im Kaufmanns- und Städtebund der Hanse. Soester Kaufleute pflegten weitreichende Handelsbeziehungen - sie fuhren bis nach Bergen, Visby und Nowgorod. Ein in Soest gefundener Münzschatz und Soester Marktleben sind Zeugnisse des Handelns mit Gütern aus fernen Ländern vor Ort.

Frühneuzeit und Neuzeit

In der Abteilung
In der Abteilung "Frühneuzeit" mit Stadtmodell

Die Abteilung „Frühneuzeit und Neuzeit“ thematisiert die Zeit der Reformation – Soest wurde 1532 evangelisch in einem katholischen Umfeld – und zeigt neben dem Übergang der Stadt vom Herzogtum Kleve zum Kurfürstentum und späteren Königreich Preußen. Über den Dreißigjährigen und den Siebenjährigen Krieg wird der fortschreitende Verlust der städtischen Selbstverwaltung im Verlauf des 18. Jahrhunderts deutlich.

In einem kleinen Kabinett befinden sich etwa 300 Kupferstiche des Soester Künstlers Heinrich Aldegrever, einem bekannten Kleinmeister der Renaissance und prominentem Anhänger des neuen Glaubens. Neben wechselnden Serien an den Wänden können in einem speziellen Magazinschrank alle übrigen Stiche betrachtet werden.

19. Jahrhundert

Wohnzimmer des 19. Jahrhunderts
Wohnzimmer des 19. Jahrhunderts

Die Geschichte Soests im 19. Jahrhundert wird durch in dem damaligen Stil eingerichtete und möblierte Zimmer inszeniert: Das Ensemble eines Schlafzimmers, zu dem sich aber auch Gegenstände des neuzeitlichen Handwerks gesellen, hier besonders Geräte der Flachsverarbeitung bzw. Leinenherstellung, zeigt die Textilherstellung und -verarbeitung im 18. und 19 Jahrhundert. Ein Wohnzimmer mit typischen Möbeln und Einrichtungsgegenständen veranschaulicht die damalige Wohn- und Familiensituation.

Alltagsleben in Mittelalter und Neuzeit

Im Lapidarium des Múseums

Die Abteilung „Alltagsleben in Mittelalter und Neuzeit“ präsentiert mit zahlreichen archäologischen Objekten  Alltagsgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen Ernährung und Küche, Entwicklung des Kachelofens und der Keramiktechnik, aber auch zu den Themen Apothekenwesen im Mittelalter, Kinderspielzeug und mittelalterliches Handwerk sind viele interessante Exponate ausgestellt. Beispielhaft für das Handwerk werden die Funde aus Knochenschnitzer- und Schuhmacherwerkstätten gezeigt, die in Soest gemacht wurden.

Sakrale Kunst und Soester Kirchengeschichte

Im Dachgeschoss des Burghofmuseums

Die Abteilung „Sakrale Kunst und Soester Kirchengeschichte“ im Dachgeschoss des Museums thematisiert die Bedeutung des religiösen Lebens für die Soester Geschichte. Themen wie das Pilgerwesen, private Frömmigkeit, sakrale Kunst, das Kloster Paradiese mit zahlreichen Ausgrabungsfunden, insbesondere den Stuckfiguren, der Legende um den Jäger von Soest werden angesprochen. Besonders hervorzuheben ist die Entdeckung einer Glockengussgrube, die von der Stadtarchäologie ergraben wurde und die anderen  herausragenden Exponate in dieser Abteilung  wie z. B. der Äbtissinenstuhl aus dem Walburgiskloster oder die Brautkrone der Prinzessin Mechthild von Hessen, die 1489 den Herzog Johann II. von Kleve in Soest heiratete. Das berühmte Soester Antependium, als älteste Tafelmalerei Deutschlands nun im Landesmuseum in Münster befindlich, und das kaum weniger bekannte Kreuzigungsretabel aus der Soester Wiesenkirche, mittlerweile in der Berliner Gemäldegalerie beheimatet, sind in ansprechenden Reproduktionen zu sehen.