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Der Maler Wilhelm Morgner

Wilhelm Morgner 1916
Wilhelm Morgner, 1916/17

Der Maler Wilhelm Morgner, geboren 1891 in Soest, fiel 1917 im Ersten Weltkrieg in der Schlacht bei Langemarck. Er wurde also nur 26 Jahre alt. Unter dem Gesichtspunkt erscheint die Komplexität seines Schaffens – 200 Gemälde und etwa 2000 Zeichnungen (Kohle, Blei, Feder, Pinsel) sind nachweisbar– noch viel unglaublicher. Gerade einmal fünf Jahre (1908-1913) benötigte Morgner für den Großteil seiner Werke. Ebenso monumental wie seine Werksexplosion sind oft die Ausmaße seiner Bilder, die oft über einen Quadratmeter hinausgehen.

Nach Absolvierung des Einjährigen am Soester Archigymnasium besuchte Morgner die private Kunstschule Georg Tapperts in Worpswede, dem er bis zu seinem Tod eng verbunden blieb. Er arbeitete jedoch weiter vor allem in Soest. Seine zentralen Themen lauteten „arbeitender Mensch“ und „Landschaft“, wobei er gerne beides zum „arbeitenden Menschen in der Landschaft“ verband. Diese Thematik behielt er sowohl in seinen Früh- als auch in seinen Hauptwerken bei, auch wenn er sie auf unterschiedliche Weise ausgestaltete. Besonders häufig sind auch Selbstbildnisse des Künstlers.

Wilhelm Morgner Steinbrecher 1911
Wilhelm Morgner: Steinbrecher, Öl auf Leinwand, 1911

Sind Morgners Frühwerke noch sehr vom Naturalismus geprägt, spielen ab 1912 vor allem abstrakte Formen und Farben eine besondere Rolle. Hinzu kommen zunehmend religiöse Motive. Das Gegenständliche an seinen Motiven verläuft, Farbe und Form weichen von Naturdarstellungen ab, die Landschaften und Figuren treten neben der Betonung der Farbe in den Hintergrund. Morgner hatte nicht viel Zeit, die unterschiedlichen Stadien der Malerei zu entdecken und zu entwickeln und trotzdem finden wir in seinen Bildern vom Naturalismus über den Impressionismus zum Expressionismus und gar zur vollkommenen Abstraktion alles. Es scheint fast so, als würde einem beim Betrachten der Bilder die Entwicklung der Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts in geraffter Form vor Augen geführt. Morgners Bilder wirken zum Teil „skizzenhaft, fragmentarisch“, was von seinem Verzicht auf Einzelheiten herrührt, zeigen aber eine ungeheure Präzision.

Morgner Astrale Komposition XXIV
Wilhelm Morgner: Astrale Komposition XXIV, Öl auf Pappe, 1913

Morgner gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus in Westfalen. Als Vorbilder und vielleicht auch Inspiration lassen sich u. a. van Gogh, Kandinsky, Jawlenski, Marc und die Künstlergruppe "Blauer Reiter" nennen. Er war Mitglied der Künstlergruppe der Sturm um Herwarth Walden. Eine ausführliche Biographie des Künstlers finden Sie u.a. auf der Internetseite des Wilhelm-Morgner-Preises.