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Kleiner Stadtrundgang
Die Jahrhunderte werden lebendig in den engen Gassen und Winkeln, formen die Stadt und prägen ihr Bild. Soest atmet Geschichte, schöpft aus einer reichen Vergangenheit, die bis in die jüngere Steinzeit zurückreicht. Im mittelalterlichen Gefüge Deutschlands spielte Soest als Hansestadt eine entscheidende Rolle - Soester Kaufleute waren es, die an der Gründung des mächtigen Städtebundes “Hanse” entscheidend mitwirkten. Die Silhouette der Stadt wird neben den Kirchen von der mittelalterlichen Stadtumwallung und zahlreichen sehenswerten Profanbauten aus verschiedenen Epochen dominiert. Hübsche Fachwerkzeilen und romantische Gässchen prägen unverwechselbar die Altstadt. Der Wall mit seinen Gräben ist zu zwei Dritteln erhalten und lädt besonders im April und Mai, zur Zeit der Baumblüte, zu reizvollen Spaziergängen rund um die Stadt ein.
1. Das historische Rathaus
Viele Baustile und bedeutende Epochen haben in Soest ihre Spuren hinterlassen. Einer der wenigen repräsentativen Barockbauten ist das Rathaus (1713-1716) mit seiner neunbogigen Halle an der Westseite. Über diesem Bogengang thront der Schutzpatron der Stadt, St. Patroklus. Auf der Rückseite des Barockbaus befindet sich der neuere Teil des Rathauses, der ehemals auch ein Gymnasium beherbergte. Der gesamte Gebäudekomplex umschließt einen, begrünten Innenhof, in dem immer wieder auch Open-Air-Veranstaltungen zahlreiche Besucher anziehen.
2. St. Patrokli
Gleich nebenan erhebt sich der mächtige Turm von St. Patrokli („Turm Westfalens“). Der romanische Bau entstand nach 965 als Stiftskirche. Im Marienchor befindet sich eine besonders schöne Apsismalerei von 1200. St. Patrokli gilt bis heute als die ausgedehnteste Anlage dieser Art in Westfalen.
Auch wenn man hier wie selbstverständlich vom "Patrokli-Dom" spricht - eine Bischofskirche ist er nie gewesen. Allerdings stand an der Spitze des damaligen Kollegiums geistlicher Stiftsherren ein hochrangiger Domherr des Kölner Domkapitels.
Das Westwerk ist 77m hoch und bewahrte im Mittelalter die Rüstkammer der Stadt.
3. Nikolaikapelle
Ein paar Schritte weiter, in der Thomästraße, steht die Nikolai-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die dem Schutzpatron der Seefahrer und Reisenden gewidmet ist. Im Inneren kann man eine kostbare Altartafel aus der Schule des Meisters Conrad von Soest bewundern.
Über viele Jahre war man der Annahme, die Kapelle sei von seefahrenden Kaufleuten gestiftet worden, den sogenannten Schleswig-Fahrern. Daher habe die Kapelle die Form einer Hansekogge erhalten. Wirkliche Beweise hierfür hat es aber nie gegeben. Inzwischen wird im Rahmen der Geschichtsforschung davon ausgegangen, dass dem nicht so ist und dass die Stiftsherren hier Messen für ihre verstorbenen geistlichen Brüder gelesen haben, womit es sich wohl eher um eine Memorial-Kapelle handeln dürfte.
4. Das Wilhelm-Morgner-Haus
Direkt neben St.Patrokli zeigt die Stadt im Wilhelm–Morgner-Haus Wechselausstellungen und eine ständige Ausstellung des bekannten Soester Expressionisten Wilhelm Morgner.
1910-1912 begann sein künstlerischer Aufstieg, der jedoch durch den ersten Weltkrieg ein jähes Ende fand. Wilhelm Morgner fiel im Alter von erst 26 Jahren bei Langemark. Er hinterließ jedoch ein reichhaltiges Lebenswerk, das sich zum größten Teil im Besitz der Stadt Soest befindet (rund 400 Zeichnungen und 56 Gemälde).
Das 1962 erbaute Haus beherbergt außerdem den städtischen Kunstbesitz sowie die Soester Artothek.
5. St. Petri
6. Großer Teich und Teichsmühle
Um an den Großen Teich zu gelangen, geht man durch den Theordor-Heuss-Park, einen ehemaligen Privatgarten.
Auf der anderen Seite der Grünsandsteinmauer, die den gesamten Park umschließt, befindet sich die Teichsmühle aus dem 13. Jahrhundert. Der daneben liegende Große Teich friert im Winter nie zu, da er von unzähligen Quellen gespeist wird. Schräg gegenüber der Teichsmühle, auf der anderen Seite des Teiches, steht eine Nachbildung der „Wippe“, eines mittelalterlichen Strafinstruments in der Schandfarbe Gelb. Kleinere Sünder wurden im Mittelalter über die Wippe in den Teich geworfen und damit der Lächerlichkeit preisgegeben.
7. St. Maria zur Wiese
8. Das Grünsandstein-Museum
Nur ein paar Schritte weiter nördlich der Wiesenkirche befindet sich das schmucke Soester Grünsandstein-Museum. Hier erhält man anhand zahlreicher Schautafeln und Ausstellungsstücke präzise Informationen zur Geschichte des Grünsandsteins und erfährt welche Rolle er für die Kunstgeschichte und das wirtschaftliche Leben in der Soester Börde spielte. Es werden aber auch Werkstücke und steinerne Fragmente nicht mehr vorhandener Bauten gezeigt, die von sakralen Bauwerken und Wirtschaftsgebäuden stammen. Aktueller Bezug zur Gegenwart: Eine Steinsammlung, die eine Grundlage der derzeitigen Rekonstruktionsarbeiten der Dombauhütte an der Wiesenkirche darstellt.
9. St. Maria zur Höhe
Zurück über Wiesenstraße und Hohe Gasse gelangt man zu St. Maria zur Höhe (Hohnekirche). Sie entstand mit ihren prächtigen Decken- und Wandmalereien um 1220. Der byzantinische Einfluss wird am deutlichsten bei der Deckenmalerei im Hauptchor, dem Engelreigen. Einzigartig in Deutschland ist das Scheibenkreuz auf der rechten Seite des Altars.
Der Innenraum entspricht nicht den üblichen Proportionen, denn die Hohnekirche ist breiter als lang.
10. Der Stadtwall und das Osthofentor-Museum
Über die Kleine Osthofe geht es dann weiter in Richtung Osthofentor. Dies ist das einzig erhaltene von ursprünglich zehn Stadttoren in der Stadtumwallung. Der Neubau stammt aus denn Jahren 1523 – 1526. Im Inneren befindet sich ein Museum zur Stadtgeschichte mit einer weltweit einmaligen Sammlung von 25.000 mittelalterlichen Armbrustbolzen.11.
Direkt gegenüber beginnt der Stadtwall (um 1180), der mit einer Länge von ehemals 3,8 km 102 Hektar Altstadt umschloss. Heute sind noch zwei Drittel des Walls erhalten. Auf dieser Mauer und auch durch die Gräften, vor denen früher der Außenwall verlief, kann man heute wunderschöne Spaziergänge machen und in so manchen Altstadtgarten blicken.
11. Alt St. Thomä und Neu St. Thomä
„Schiefer Turm“ wird die Kirche Alt St. Thomä genannt, einer der ältesten gotischen Kirchenbauten der Stadt (um 1270). Um die Entstehung des Schiefen Turmes rankt sich so manche Geschichte. Der Turm stammt aus dem Jahr 1653. Die Schiefstellung resultiert aus Schäden durch Fäulnis im Gebälk.
Nur ein paar Schritte weiter befindet sich die Kirche Neu St. Thomä, eine ehemalige Klosterkirche der Franziskaner (1233), die hier ihr erster Kloster in Westfalen gründeten. Die ehemalige Minoritenkirche hatte nie einen Glockenturm. Die Klostergebäude sind heute bis auf wenige Überreste verschwunden.
12. Burghofmuseum
13. Der Kattenturm
14. Die Paulikirche
Zwischen Ulricherstraße und Paulistraße liegt die Paulikirche, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts in der für Soest typischen Kirchenbauweise von einer romanischen zu einer gotischen Kirche umgebaut wurde und sehenswerte Glasmalereien sowie zahlreiche Figurenplastiken enthält. Entstanden ist sie ursprünglich bereits um 1200.
1530 hielt hier der Dominikaner-Pater Johann Kelberg die erste evangelische Predigt. Er und sein Ordensbruder Thomas Borchwede waren die Wegbereiter der Soester Reformationsbewegung.
15. Das Soester Stadtarchiv
Das Soester Stadtarchiv beherbergt im Haus zum Spiegel, einem ehemaligen Patrizierhaus, den größten mittelalterlichen Akten- und Urkundenbestand Westfalens, u.a. mit der berühmten, alten Kuhhaut, dem ältesten Soester Stadtrecht (13. Jh.). Gleichzeitig ist es Sitz der Soester Stadtarchäologie.
Eine besondere Kostbarkeit stellt das Nequam-Buch dar, das "Buch der Nichtsnutze" aus dem Jahr 1315. Hierin sind die Namen derjenigen Bürger verewigt, die aus der Gemeinschaft ausgestoßen wurden. Dabei illustrieren gotische Miniaturen auf drastische Weise die Rechtsprechung der damaligen Zeit.
16. Der Bergenthalpark
Einen besonderen, seltenen Baumbestand beherbergt der Bergenthalpark, benannt nach C.W. Bergenthal (1834-1893), einem Pionier der Frühindustrialisierung in Soest.
Hier steht auch eine ehemalige Fachwerkscheune, das Haus Kükelhaus, das dem Künstler und Philosophen Hugo Kükelhaus von 1954 bis 1984 als Lebens- und Arbeitsstätte diente und die er nach seinen organlogischen Grundsätzen umgebaut hatte.
17. Die Brunsteinkapelle
