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Ausstellung der beiden Wilhelm-Morgner-Stipendiatinnen

Vom 28. Januar bis zum 18. März 2018 zeigen die beiden Wilhelm-Morgner-Stipendiatinnen Latefa Wiersch und Franziska Reinbothe ihre Werke. Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Kulturparlament Soest e. V. veranstaltet. Hier finden Sie die Einladungskarte.

The Uncanny Valley, a traveller?s guide

links: Latefa Wiersch: Road trip, 2017 / rechts: Franziska Reinbothe: Dame mit gelüpftem Rock, 2014

Brutal-verspielt, putzig-verschroben, absurd-grotesk. In Latefa Wierschs Arbeiten scheint eine fremde Gegenwelt auf, die doch so vertraut ist. Alltägliche Dinge und Materialien verpuppen sich, werden lebendig und spiegeln eine Welt, in der echte Körper zum Objekt werden, während die Dinge dabei sind, die Macht zu ergreifen.

Was tun die Puppen, wenn der Vorhang noch zu ist? Wie lebendig sind unsere Spielzeuge, Telefone, Alltagsgegenstände, wenn wir uns nicht mit ihnen beschäftigen? In verstörend-lustvollen Installationen und Filmen lässt Latefa Wiersch vertraut geglaubte Grenzen sich auflösen. Die Überzogenheit und Drastik einer Comicsprache wird übersetzt in Körperlichkeiten. Szenerien, die belustigen dürfen – die aber nie kalt lassen.

Die eigens für die Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner entwickelte Arbeit widmet sich der Imaginationsmaschine Auto: Fetischobjekt und fahrbares Zuhause, Aushängeschild von Potenz und Erweiterung des eigenen Körpers.

Wie im Showroom präsentiert es sich, der Lack entpuppt sich als Haut, in die man schlüpfen darf, um in ein neues Draußen zu sehen: Durch die Windschutzscheibe gewährt uns Wiersch einen filmischen Blick ins unheimliche Tal.

Kräfte messen

Franziska Reinbothes künstlerischer Schwerpunkt liegt in der ungegenständlichen Malerei. Sie ist zwar dem Tafelbild verbunden, untersucht aber sein Erweiterungspotenzial. Dabei bewegt sie sich an der Schnittstelle von Malerei zu Skulptur. Sie dehnt, faltet, bricht oder durchschneidet ihre Bilder nach Beendigung des Malprozesses. Einige von ihnen ragen dann weit in den Raum hinein, andere haben sich bereits vollständig von der Wand gelöst. Immer aber geht es um zeitgenössische Malerei, deren Mittel, Möglichkeiten und Variabilität.

In ihren Bildern spiegelt sich dasjenige wider, das sie beim Malen umgibt: Der Ort an dem sie sich befindet, dessen Größe, seine Farbigkeit, das vorhandene Licht, aber auch ihre eigene Verfasstheit. So gesehen sind alle ihre Bilder Zeugnisse eines bestimmten Ortes zu einer bestimmten Zeit, definiert durch ihren Blick und ihr Tun.

 Die Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner umfasst Arbeiten aus einem Zeitraum von vier Jahren (2014 bis 2017).