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Geschichte des Museums Wilhelm Morgner

Eröffnung 1962 als Mehrzweckbau mit Jazzkeller

Morgnerhaus und Architekt
Das Wilhelm-Morgner-Haus mit seinem Architekten Rainer Schell

Die ersten Kunstwerke Morgners konnten 1931 erworben werden. Die Stadt Soest kaufte seiner Mutter 32 Ölbilder und 150 Grafiken ab und brachte diese vorläufig im Rathaus unter, in dem nun das „Morgner-Gedächtniszimmer“ entstand. Allerdings war der Zeitpunkt dieser Kunstsammlung denkbar schlecht: Im Dritten Reich fielen Morgners Bilder unter die entartete Kunst und wurden teilweise dazu missbraucht, kaputte Fensterscheiben zu ersetzen, wozu sie aufgrund ihrer großen Ausmaße geeignet waren. Noch heute kann der aufmerksame Betrachter Löcher in den Exponaten erkennen.

Dass die Bilder heute nicht mehr nur provisorisch im Rathaus gelagert werden, sondern in einem eigenen Museum ausgestellt werden können, verdankt die Stadt vor allem dem ehemaligen Stadtdirektor Dr. Gerhard Groot, der die Idee des Wilhelm-Morgner-Hauses ins Leben rief und als treibende Kraft des Projekts bezeichnet werden kann. Der Wiesbadener Architekt Rainer Schell erhielt den Auftrag zur Realisierung. Doch entgegen der allgemeinen Erwartung fand das Bauvorhaben nicht die uneingeschränkte Zustimmung der Soester Bürger. Man warnte vor einer „Überbetonung der Kultur“ in einem „Luxushaus“. Doch je weiter der Bau fortschritt, desto lauter ertönten die befürwortenden Stimmen.

Als Mehrzweckbau errichtet, da anders nicht finanzierbar, beherbergte das Haus ursprünglich Räume für die Volkshochschule, einen Veranstaltungssaal für Theater- und Musikprojekte und einen Jazzkeller. Das Aussehen des heutigen Museums ist somit nur vor dem Hintergrund seiner Entstehungsgeschichte verständlich. Am 26. Oktober 1962 erfolgte schließlich die feierliche Eröffnung des Morgnerhauses, das seitdem seinen entschiedenen Anteil zum Ruf Soests als „Stadt der Kunst“ beiträgt.

Im Jahr 2014 begann der Umbau in ein klimatisch und funktional optimiertes, barrierearmes Gebäude. Das Impluvium, dessen Wasserbecken schon längst nicht mehr existierte, wurde "eingehaust" und in einen Raum zur Präsentation von Werken aus der Stiftung Konzeptuelle Kunst, Sammlung Schroth, umgebaut. Am 9.9.2015 beschloss der Rat den neuen Namen "Museum Wilhelm Morgner". Da Haus wurde am 21. Mai 2016 wieder eröffnet. Wie in seinen Anfangsjahren hat es nun wieder als Mehrzweckgebäude seinen Platz in der Stadt gefunden, nun aber mit einem musealen Schwerpunkt.