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Handschriften

Die mittelalterlichen Handschriften des Soester Stadtarchivs

Inkunabel 58: Frontispiz der deutschen Erstausgabe von Bernhard von Breydenbachs
Inkunabel 58: Frontispiz der deutschen Erstausgabe von Bernhard von Breydenbachs "Reise ins heilige Land", 1468

Einen besonderen Schatz der Stadtbibliothek stellen die 40 mittelalterlichen Handschriften dar, die aus den Bibliotheken des Dominikaner- und des Minoritenklosters in Soest stammen. Der Zeitraum dieser vom Umfang her also kleinen, vom Inhalt aber bemerkenswerten Sammlung reicht vom Ende des 12. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts.

Zum Vergleich: Allein der Buchbestand der Dominikaner-Bibliothek vor der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird auf zweitausend Bände geschätzt, wohingegen die Minoriten(=Franziskaner)-Bibliothek 1815 nur etwa 300 Bände enthielt. Unter diesen Handschriften ragt als berühmtestes Stück die sogenannte Rechtfertigungsschrift des Dominikaners Meister Eckhart gegen seine Exkommunikation durch den Papst aus dem 14. Jahrhundert hervor, die einzig nur in diesem Exemplar überliefert ist. Auch drei Exemplare des Sachsenspiegels, des bedeutenden Rechtsbuchs des Mittelalters, sind in dieser Sammlung vorhanden. Daneben sind knapp fünfhundert Fragmente, also Bruchstücke aus Pergament- und Papierhandschriften erhalten, teilweise aus Bibeln, Bibelkommentaren, Antiphonaren, Heiligenviten oder Schriften der Kirchenväter, teilweise aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Schriften herausgelöst.

Hier sind zu nennen die Fragment Heinrich von Osthofens über die Gründungsgeschichte des Dominikanerinnenklosters Paradiese (1260/70) oder die zehn Sprüche Heinrich Frauenlobs. Hier finden sich auch die ältesten Stücke unseres Bestands: fünf Blätter mit Resten der Paulus-Briefe an die Korinther aus einer Bibelhandschrift aus dem 9. Jahrhundert. Die erhaltenen vier mittlalterlichen Handschriften aus dem Dominikanerinnenkloster Paradiese befinden sich jedoch nicht hier, sondern in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf.