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Stolpersteine

Das Projekt

Ein Stein wird im Soester Pflaster eingelassen
Ein Stein wird im Soester Pflaster eingelassen

(Foto 1 und 3: R. Pöschel/Westfalenpost)

Das Projekt erarbeiteten und begleiteten für die Stadt Soest Schülerinnen und Schüler der Geschichtsleistungskurse der Jahrgänge 2003 bis 2005 an Soester Gymnasien. Sie fanden zahlreiche Spender, die das Projekt großzügig finanzierten, und sie erwirkten die städtische Genehmigung und Unterstützung. Langjährige Recherchen über die Lebensdaten der ehemals Soester Juden hat Dr. Gerhard Köhn 1993 erstmals in seinem Buch „Die jüdische Gemeinde Soest“ zusammengefasst.

Im Jahr 2001 setzte der Verein für Geschichte und Heimatpflege ein Zeichen mit dem Heft „Jüdische Nachbarn in Soest bis 1942“. Darin werden erhaltene Familienbilder und die Häuser der Soester Juden mit Photos aus dem Stadtarchiv sichtbar gemacht und durch aktuelle Aufnahmen in den Straßen verortet. Die „Stolpersteine“ sind ein wichtiger Schritt, das Andenken aus den Büchern heraus für alle Passanten sichtbar auf die Straße zu verlegen.

In die Messingplatten sind Name, Geburtsjahr, Deportationsjahr, Konzentrationslager und das Jahr der Ermordung beziehungsweise das Jahr, seitdem die Person offiziell als verschollen galt, eingeprägt.

Juden in Soest

Stolpersteine im Soester Pflaster
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts durften sich nur zwei jüdische Familien zur gleichen Zeit in Soest ansiedeln. Nach dem Emanzipationsedikt von 1812, das die Juden erstmals preußischen Bürgern gleichstellte, ließen sich immer mehr von ihnen in Soest nieder.

Um 1880 zählte die Synagogengemeinde mehr als 300 Mitglieder. Sie gingen hauptsächlich kaufmännischen Berufen nach und wohnten im gesamten Stadtgebiet.

Ein gutes Einvernehmen mit den übrigen Bürgern der Stadt lässt sich daran ablesen, dass sie in allen sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Vereinen vertreten waren. Viele Söhne aus jüdischen Häusern zogen für Deutschland in den Ersten Weltkrieg, oft freiwillig.

Erst nach dem verlorenen Krieg, in der Weimarer Republik, mit dem Erstarken der nationalistischen Gruppierungen gedieh zunehmend antisemitistisches Gedankengut, das von den Nationalsozialisten rigoros in brutale und menschenverachtende Handlungen gegen die Juden und ihre Familien umgesetzt wurde. Durch die Rassengesetze der Nazis waren aus deutschen Bürgern, unabhängig von ihrem Glauben, „die Juden“ geworden.

1932 lebten noch etwa 150 von ihnen in Soest, 1942 wurden die letzten 34 – es waren vorwiegend alte Menschen – von Soest aus in die Vernichtungslager in Polen deportiert.

Gunter Demnig

Der Künstler Demnig im Kreise von Gymnasiasten
Gunter Demnig und Schüler der Soester Gymnasien

Der in Köln lebende Künstler, Gunter Demnig, verlegt seit 1994 die „Stolpersteine“ in deutschen Städten. Während seines Projektes „Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti“ zog er 1990 eine Messingschriftspur durch Köln. Dabei kam er auf die Idee, jedem Opfer der Nazi-Diktatur einen individuellen Stein zu widmen. Zunächst hielt ihn die große Anzahl der Steine davon ab, das Projekt zu verwirklichen. Von einem Kölner Geistlichen erhielt er die entscheidende Ermutigung, doch einfach damit anzufangen.

Er tat´s. Inzwischen sind es über 7.500 "Stolpersteine", die er in mehr als 90 deutschen Städten verlegt hat. Ein Ende der Arbeit ist nicht absehbar.

Literaturhinweise:
• Köhn, Gerhard: Die jüdische Gemeinde Soest, in: Michael Brocke: Der jüdische Friedhof in Soest, Soest 1993
• Sasse-Voswinckel, Ulrike und Köhn, Gerhard: Jüdische Nachbarn in Soest bis 1942, S
oest 2001

Kontakt: Ulrike Sasse-Voswinckel, ulrikesasse@gmx.de  

21 Verlegeorte für 34 Stolpersteine

1.  Am Seel 8
2.  Auf der Borg 13
3.  Brüderstraße 32
4.  Brüderstraße 36
5.  Grandweg 15
6.  Grandweg 30
7.  Grandweg 32
8.  Georgsgasse 4
9.  Jakobistraße 19-21
10. Jakobistraße 27
11. Jakobistraße 64
12. Kohlbrink 7
13. Niedergasse 2
14. Teichsmühlengasse 1
15. Thomästraße 13
16. Thomästraße 20
17. Thomästraße 63
18. Waisenhausstraße 1
19. Waisenhausstraße 4
20. Westenhellweg 10
21. Hoher Weg 8